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Werbungskosten

Das deutsche Steuerrecht ist ja nicht gerade bekannt für seine Einfachheit - nicht umsonst gibt es hierzulande eine größere Dichte an Steuerberatern als irgendwo sonst in Europa. Durch die Einführung der Abgeltungsteuer zum 01.01.2009 wurde diesbezüglich aber ein großer Schritt in die richtige Richtung getan denn so diskussionswürdig die Abgeltungsteuer allgemein auch ist, einfacher als das bisherige System ist sie allemal.

Ein Bereich, der im Rahmen der Abgeltungsteuer komplett weggefallen ist, ist der Bereich der Werbungskosten. Zusammen mit dem Sparerfreibetrag wurden die Werbungskosten bis zum 01.01.2009 stets als Werbungskostenpauschbetrag in einer Summe zusammengefasst. Bis zu dieser Summe war es Sparern möglich, Kapitalerträge und Dividenden steuerfrei einzunehmen. Waren die tatsächlichen Werbungskosten höher, so konnten diese uneingeschränkt geltend gemacht werden.
Für Erträge aus privaten Veräußerungsgeschäften gab es zudem noch eine Freigrenze von 512 Euro, was, da hier nach dem Halbeinkünfteverfahren abgerechnet wurde, eine tatsächliche Freigrenze von 1023,99 Euro ausmachte.

Im Rahmen der Einführung der Abgeltungsteuer wurden nun der Sparerfreibetrag und der Werbungskostenpauschbetrag abgeschafft und durch den Sparerpauschbetrag ersetzt. Die Höhe blieb unverändert bei 801 Euro (bisher 750 Euro Sparerfreibetrag, 51 Euro Werbungskostenpauschbetrag). Was allerdings neu ist, ist die Tatsache, dass nun auch die Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften mit in den Sparerpauschbetrag hineinzählen - Gelder, die bisher bis zu einer Höhe von 1023,99 Euro steuerfrei eingenommen werden durften. Auch sind tatsächliche Werbungskosten nicht mehr absetzbar, es wird stets nurnoch mit dem pauschalierten System gearbeitet.

Aufgrund dieser Entwicklungen kann man zusammenfassend sagen, dass die Abgeltungsteuer für die meisten der Privatanleger eine erhebliche Mehrbelastung bedeutet. Lediglich diejenigen Anleger, die ihre Gewinne bisher mit einem Steuersatz von über 40% versteuern mussten (Spitzenverdiener) zahlen nun de facto etwas weniger Steuern also zuvor.

Hier finden Sie weitere Infos zu Tagesgeld, Festgeld, Bausparen, Girokonten.

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Veröffentlicht am 11.01.2009 unter dem Buchstaben W .
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